3.1 Digitalisierung der Bildungslandschaft

Wir fragen uns:

  • Wie wichtig ist der Einsatz moderner IT im Unterricht?
  • Wie wichtig ist digitale Aufklärung und wann sollte damit begonnen werden?
  • Wer übernimmt die digitale Ausbildung der Schüler?

Werden Lehrer ausreichend auf die Herausforderungen der digitalen Bildung vorbereitet?

Die Digitalisierung ist in weiten Teilen der Bildungslandschaft noch nicht angekommen. Es fehlt zum einen an technischer Ausrüstung in den Bildungseinrichtungen und zum anderen an digitaler Medienkompetenz. Letztere ist als umso bedeutender einzustufen, da der Unterricht schon durch den klugen Einsatz moderner Technologie eine attraktive didaktisch-methodische Erweiterung erfahren kann.

Lehrer sollten daher bereits im Studium und während der Berufstätigkeit in ihren digitalen Fähigkeiten weitergebildet werden. Darüber hinaus sind Schüler bereits im Grundschulalter fächerübergreifend in digitaler Medienkompetenz zu unterrichten. Insbesondere ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit den eigenen Daten und den Sozialen Medien zu vermitteln. Aber auch das technische Verständnis soll geschärft werden, um Folgeentwicklungen leichter begegnen und mitgestalten zu können.

Bildungseinrichtungen wissen im Sinne der Subsidiarität am besten, welche Ausstattung für einen guten Unterricht benötigt wird. Daher ist die Autonomie der Einrichtungen durch eigenverantwortliche Bewirtschaftung freier Mittel auszubauen. Ihnen wird damit die Möglichkeit gegeben, durch die Anschaffung neuer Lehrmittel und die Anwendung neuer Lernmethoden sowie durch den Ausbau digitaler Lernangebote (u.a. Online-Kurse, MOOCs, Webinare etc.) eigene Profile stärker zu entwickeln. Wir fordern zudem, dass die durch digitale Medien entstehenden Daten unter Berücksichtigung des Datenschutzes anonymisiert und effektiv genutzt werden. In diesem Zusammenhang sollten Schulen auch die Möglichkeit erhalten Fachprojektstunden in den Stundenplan aufzunehmen, in denen die Schüler themenspezifisch ein Projekt eigenständig bearbeiten.

Wir fordern:

  • Stärkung der Medienkompetenz von Lehrerinnen, Lehrern und Lernenden
  • Fächerübergreifende Vermittlung von Medienkompetenz und technischem Verständnis
  • Ausbau der Autonomie von Bildungseinrichtungen

3.2 Berufliche Bildung

Wir fragen uns:

  • Brauchen wir noch die duale Ausbildung?
  • Sollte der Meistertitel abgeschafft werden?

Immer mehr junge Menschen nehmen in Deutschland ein Studium auf und ziehen dafür in die großen Städte und Metropolregionen, die als Hochschulstandorte eine attraktive Infrastruktur bieten. Eine der Ursachen ist dabei sicherlich eine auf Hochschulbildung fokussierte Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte. Dabei können gerade wir Deutschen besonders stolz auf unsere duale Berufsausbildung sein, um die uns viele Länder beneiden. Denn die Absolventen einer dualen Ausbildung stehen nicht nur in relativ kurzer Zeit gut und praxisnah dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, ihre Ausbildung wird auch in großen Teilen von den ausbildenden Unternehmen finanziert. Sie trägt zudem maßgeblich zur geringen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland bei. Verpflichtende Schulpraktika müssen außerdem den Studienpraktika vollkommen gleichgestellt werden um auch Schülern den Zugang zu den vielfältigen Möglichkeiten von Praktika zu gewähren.

Dass seit 2013 jährlich mehr junge Menschen ein Studium als eine Ausbildung beginnen, ist aber auch mit gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen verbunden. Insbesondere mittelständische Handwerker und Unternehmen können ihren Bedarf an Lehrlingen und Facharbeitern nicht mehr decken. Das Thema der Unternehmensnachfolge ist in diesem Zusammenhang auch ein zentraler Aspekt. Daraus folgt die Erkenntnis, dass die schulische Ausbildung schulartenunabhängig, neben der Vermittlung des Allgemeinwissens, vermehrt auch die Anforderungen des Arbeitsmarktes im Blick haben muss. Dabei kann der Übergang ins Berufsleben durch verschiedene Maßnahmen erleichtert werden. Zentral sind hierbei Kooperationsprogramme zwischen Schulen und Betrieben. Auch die Berufseinstiegsklassen, die Schüler ohne Schulabschluss oder Ausbildungsplatz wieder in das System eingliedern und eine höhere Chance auf eine Ausbildung bieten, sollten weiterhin gestärkt werden aufgrund ihrer Bedeutung in unserem Bildungssystem. Zusätzlich steht auch der ländliche Raum durch den Fortzug der Jüngeren vor Herausforderungen. Denn in den großen Städten beginnen nicht nur die beruflichen Karrieren der Hochschulabsolventen, sondern auch die Familiengründungen nach dem Studium. Im ländlichen Raum potenziert sich somit der demografische Wandel.

Die Junge Union Deutschlands spricht sich klar für das duale Ausbildungssystem aus. Zur Stärkung der dualen Ausbildung zählt neben einer generellen Wertschätzung auch die Beibehaltung des Meistertitels als Qualitätssiegel und als Hochschulberechtigung. Einem Meister soll eine ähnliche Wertschätzung wie dem Bachelorstudenten entgegengebracht werden und er ist in jedem Falle vor Angriffen aus Europa zu schützen. Er ist eine wichtige Grundlage für die Qualität unserer Handwerksbetriebe und bietet Anreiz zur Weiterqualifizierung. Die Weiterqualifizierung soll sich dabei im wirtschaftlichen und finanziellen Sinne in der Aufwertung des klassischen Facharbeiterberufs niederschlagen und damit die Attraktivität der Handwerkerausbildung verbessern. Anstatt über den Abbau weiterer Meister zu sprechen, müssen wir die Wiedereinführung des Meisters in einigen Berufszweigen anstreben. Ebenso muss der immer wieder kehrenden Forderung nach Akademisierung von Ausbildungsberufen, ein klarer Riegel vorgeschoben werden. Genauso lehnen wir eine einheitliche europäische Ausbildungsordnung strikt ab. Die duale Ausbildung und der Meistertitel müssen vor der Auswirkungen der EU-Richtlinien „über die Anerkennung von Berufsqualifikationen“ geschützt werden. Insgesamt muss es gleichzeitig auch eine stärkere Förderung von Meister- und Technikschüler sowie die Weiterbildung von Betriebswirten geben. Dazu gehört auch eine bessere finanzielle Unterstützung von Berufsschulen sowie der überbetrieblichen Bildungszentren der Kammern. Projekte, wie das vom BMBF geförderte SWITCH sollen vorangetrieben werden. SWITCH unterstützt Studienabbrecher bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und ermöglicht diesen, je nach Studium, eine verkürzte Ausbildungszeit.

Wir fordern:

  • Förderung der Gleichwertigkeit von beruflicher Ausbildung und Studium
  • Stärkung und Wertschätzung der dualen Ausbildung
  • Stärkung des Meistertitels
  • Angebote für Menschen ausbauen, die aus einem Studium in eine berufliche Bildung wechseln wollen Frühzeitige Berufsberatung an Schulen weiterentwickeln sowie Stärkung der beruflichen Praxis und bessere finanzielle Unterstützung von Berufsschulen
  • Keine Akademisierung von Ausbildungsberufen und keine europaeinheitliche Ausbildungsordnung Attraktivität von unterbesetzten Ausbildungsstandorten für Auszubildende erhöhen

3.3 Integration durch Bildung

Wir fragen uns:

  • Was sind die Kriterien einer gelungenen Integration? Ist Deutschland ein Zuwanderungsland?
  • Ist muslimischer Religionsunterricht sinnvoll?

Millionen Menschen haben allein in den letzten Jahren den Weg in unser Land gefunden; sei es im Zuge der europäischen Arbeitnehmerfreizügigkeit, einer Familienzusammenführung oder als Flüchtlinge. Wir fühlen uns den Menschen verbunden, die aus politischen oder religiösen Gründen ihre Heimatländer verlassen mussten. Ihnen die größtmögliche Unterstützung beim Aufbau eines neuen Lebens zukommen lassen zu können erfordert aber auch, Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern zeitnah und konsequent in ihre Heimatländer zurückzuführen.

Bildung und Arbeit sind die erfolgreichsten Instrumente der Integration. Daher sind verpflichtende Sprachtests für alle Kinder spätestens zum vierten Geburtstag ebenso erforderlich wie verpflichtende Sprachförderkurse und Kitabesuche bei Bedarfsfeststellung. Anerkannten Flüchtlingen muss unverzüglich der Weg in Ausbildung und Beruf eröffnet werden. Asylpolitik darf nicht als Instrument zur Bekämpfung des Fachkräftemangels dienen. Dadurch würden in Richtung der Herkunftsländer der Asylbewerber falsche Signale gesendet werden. Es wird der Eindruck vermittelt, dass man nicht nur kommen kann, um Asyl zu beantragen, sondern auch um sofort arbeiten zu können. Dadurch wird der Zustrom weiter steigen.

Die wirtschaftliche Komponente spielt in der Zuwanderung über das Asylrecht eine große Rolle, was an der Anzahl der jungen männlichen Asylbewerber ersichtlich ist. Überwiegend ermöglichen es die Familien der Herkunftsländer einem jungen männlichen Asylbewerber nach Deutschland bzw. Europa zu kommen. Hierzu werden innerhalb der Familien sämtliche Ersparnisse zusammengelegt. Diese Entwicklung wird befördert, wenn in den Zielstaaten sofortige Arbeitsmöglichkeiten geboten werden.

Das Asylrecht ist geschaffen worden, um schutzbedürftigen Menschen, die um ihr Leib und Leben fürchten und aus ihrem Heimatland vor Verfolgung, Folter und Vertreibung fliehen, eine Zuflucht zu bieten. Es orientiert sich nicht an den Erfordernissen des heimischen Arbeitsmarktes oder an dem Ausbildungsstand derer die zu uns kommen. Es geht ausschließlich um die Hilfeleistung im besten humanitären Sinne der christlichen Nächstenliebe.

In Deutschland leben mittlerweile vier Millionen Muslime. Die Hälfte davon besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Staatlicher islamischer Religionsunterricht ist daher ein richtiger Schritt, islamische Bildung in demokratische Bahnen zu führen und „Hinterhof-Koranschulen“ entgegenzuwirken. Dazu gehört die Ausbildung von Imamen an deutschen Universitäten. Außerdem sollte die Wiedereinführung von christlichem Religionsunterricht an deutschen Schulen gefördert und jedem Schüler angeboten werden. In den Moscheen sollen nur noch in Deutschland ausgebildete Imame predigen dürfen. Die zeitlich befristete Tätigkeit von ausländischen Imamen, die oftmals noch nicht einmal Deutsch sprechen, lehnen wir strikt ab, da sie der Integration schadet.

Wir fordern:

  • Förderung der Integration durch den Ausbau von Willkommenszentren
  • Sprachförderung bereits vor der Einschulung
  • Unverzügliche Arbeitsmarktintegration von anerkannten Flüchtlingen
  • Zügigere, einheitlichere und unbürokratischere Anerkennung von Berufsabschlüssen nach den Anerkennungsgesetzen des Bundes und der Länder
  • Staatlicher islamischer Religionsunterricht
  • Ausbildung von Imamen an deutschen Universitäten

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

3 Änderungsvorschläge

Arne Pettermann , 01. April 2016 um 23:58 Uhr

Betonung des Erhalts des mehrgliedrigen Bildungssystems zur Wahrung der Chancengleichheit und individuellen Förderung der Schüler.

Philip Schönfeld, 28. März 2016 um 14:05 Uhr

Es besteht dringender Handlungsbedarf, wenn es um unser Bildungssystem geht. Unser Bildungssystem ist ständig wieder von Kürzungen im finanziellen Bereich betroffen und deshalb auch dem stetigen Rückgang der Qualität ausgesetzt. Außerdem gibt es über die Ländergrenzen hinweg teilweise gravierende Unterschiede, die zu bundesweiten Disparitäten führen und auch uns Schüler selbst belasten. Es ist nicht nur längst Zeit für ein bundesweites Zentralabitur, sondern auch für ein bundesweit einheitliches Schulsystem. Bildung muss Sache des gesamten Bundes werden! Die Schüler müssen viel intensiver in den Prozess der Weiterentwicklung mit eingebunden werden.

Maximilian Ilzhöfer, 25. März 2016 um 11:43 Uhr

Auch das Bestehen von einem differenzierten Schulsystem ist wichtig. Außerdem wäre es eventuell auch mal an der Zeit über ein deutschlandweites Zentralabitur nachzudenken.

Änderungsvorschlag schreiben

Diese Funktion steht nur Mitgliedern zur Verfügung!