1.1 Identität und Werte

Wir fragen uns:

  • Leitkultur oder multikulturelles Miteinander?
  • Weitere Individualisierung oder Stärkung der Gemeinschaft?
  • Wie kann das Gemeinschaftsgefühl aller Bewohner in Deutschland gestärkt werden?
  • Womit sollen wir uns als Deutsche identifizieren?
  • Welche Werte dürfen nicht aufgegeben werden?
  • Wie sollen gesellschaftliche Veränderungen beeinflusst werden und in welche Richtung?
  • Wie kann den Menschen die Angst vor Veränderung genommen werden?

Eine zunehmende Individualisierung und der Verlust einer gemeinsamen Identität sind bereits seit Jahrzehnten festzustellen. Globalisierung, Mobilität und eine damit einhergehende Internationalisierung von Wirtschaft, Kultur und Sprache verändern nicht nur die Zusammensetzung der Bevölkerung, sondern auch ihr Bild von Gesellschaft und Heimat. Traditionen und Brauchtum sowie die Bindungskraft von Religionen, Vereinen und Parteien wandeln sich. Diese Veränderungen müssen wir gestalten. Dafür bedarf es jedoch eines Wertekompasses, der im gesamtgesellschaftlichen Interesse die "Spielregeln" unserer Gesellschaft definiert und Orientierung und Halt gibt.

Auf der Grundlage unseres christlich-abendländischen Menschenbildes sowie unverrückbarer Prinzipien wie Freiheit und Verantwortung, Solidarität und Subsidiarität, Patriotismus, Gerechtigkeit, die Würde des Menschen wollen wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Veränderungs- und Verlustängste ernst nehmen und den Dialog der politischen Entscheidungsträger mit breiten Teilen der Bevölkerung kontinuierlich ausbauen. Wir als Junge Union müssen uns klarer als in der Vergangenheit zu unseren christlichen Wurzeln bekennen. Die christlichen Traditionen und Werte sind seit jeher Leitlinien unserer Politik. Die Junge Union ist sich bewusst, dass das politische Handeln und die Übernahme von Verantwortung auch stets von Demut geprägt sein sollten. Diese Erkenntnis zieht sie aus dem christlichen Menschenbild. Die Unionsfamilie muss sich in ihrem internen Meinungsbildungsprozess darauf besinnen, dass unsere Positionen auf christlichen Werten beruhen. Dabei erachten wir den Austausch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen als elementar, da nur gemeinsam ein zeitgemäßes, identitäts- und heimatstiftendes Deutschlandbild gezeichnet werden kann. Der Sonntag als Feiertag muss erhalten und geschützt werden. Das schon vor Tausenden von Jahren nieder geschriebene Recht auf einen Tag der Besinnung und Einkehr ist aktueller denn je.

Wir fordern:

  • Vermittlung einer positiven Einstellung zu den Chancen der Globalisierung
  • Aktive Gestaltung der Globalisierung durch Politik und Gesellschaft
  • Diskussionsprozess zum Deutschlandbild
  • Stärkere Vermittlung der Grund- und Menschenrechte sowie des christlichen Menschenbildes
  • Gesamtkonzept für diejenigen, die sich geringfügig oder gar nicht ehrenamtlich engagieren

1.2 Ehrenamt

Wir fragen uns:

  • Ehrenamtliches Engagement oder staatliche Fürsorge?
  • Hat das Ehrenamt noch Zukunft?

Kirchen, Vereine und Parteien verlieren fortlaufend Mitglieder. Dabei sind es gerade die ehrenamtlichen Strukturen, mit denen sich der gesellschaftliche Zusammenhalt über soziale Unterschiede, Berufsstände und Ethnien hinweg stärken lässt. Ihre Existenz ist unentbehrlich, um der Individualisierung zu begegnen, die Integration zu verbessern sowie die Identifikation mit unserem Land zu stärken. Ebenso ist der Staat auf die ehrenamtliche Arbeit angewiesen, um gesellschaftliche Herausforderungen, wie z.B. in der Pflege, zu meistern. Der Staat könnte die Milliardensummen, die durch ehrenamtliches Engagement jährlich eingespart werden, niemals selbst aufbringen und muss daher ein genuines Interesse an der Stärkung des Ehrenamts haben. Ehrenamtliche Katastrophenhelfer leisten einen wertvollen Beitrag zur Krisenbewältigung. Um mehr Freiwilligen die Teilnahme an der Katastrophenbekämpfung zu ermöglichen, soll bundesweit eine staatliche Lohnfortzahlung eingerichtet werden. So können Arbeitgeber, die Ihre Mitarbeiter freistellen, entlastet und der Einsatz der Katastrophenhelfer gewürdigt werden.

Für die Bereicherung, die ein vom Leistungs- und Wettbewerbsgedanken entkoppeltes bedingungsloses Einstehen für andere mit sich bringt, muss daher stets auf ein Neues geworben werden. Gerade die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingskrise haben aber auch gezeigt wie groß die Bereitschaft zur Hilfe für Mitmenschen in unserer Gesellschaft noch ist. Ehrenamtliche Strukturen sind zu stärken und die Formate und Beteiligungsmöglichkeiten an die veränderten Präferenzen der Menschen anzupassen. Dies kann neben regelmäßigen Befragungen der Mitglieder auch Angebote zur projektorientierten Mitarbeit umfassen.

Wir fordern:

  • Schaffung flexibler Ehrenamtsmodelle
  • Steuerliche Anreize für Arbeitgeber, die Ehrenamt unter Mitarbeitern besonders fördern
  • Tag der Anerkennung für Menschen im Ehrenamt und Einführung von deutschlandweiten Ehrenamtskarten mit besonderen Vergünstigungen
  • Zeitliche Flexibilisierungen bei der Ausübung von politischen Mandaten
  • Terminierung kommunaler Sitzungen in der Regel in den Abendstunden
  • Ausbau der Kooperationen zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Vereinen

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